Behaglichkeit
Der moderne Mensch verbringt den größten Teil seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Die Raumluftqualität hat deshalb einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Raumnutzer.
Aus diesem Grund gehören gleichmäßig temperierte Räume ohne Zugerscheinungen und frische, gesunde Raumluft, die frei von Schadstoffen und Schädlingen ist, zu einer angenehmen Wohnatmosphäre.
Auf den folgenden Seiten sind wichtige Faktoren für ein gesundes und behagliches Raumklima und Informationen über die Entstehung von Schimmelpilzen zusammengestellt.
Warum lüften?
Beim Duschen, Baden und Kochen wird die Luftfeuchtigkeit in Räumen erhöht, Kochgerüche und das Atmen und Schwitzen der Bewohner sowie Ausdünstungen der Inneneinrichtung belasten zusätzlich das Raumklima. Die Raumluft wird stickig und muffig und das Kohlendioxid, das Menschen mit der Atemluft abgeben, führt zu Ermüdungserscheinungen und Konzentrationsschwächen.
Daneben kann die Feuchtigkeit in der Raumluft zu Bauschäden und Schimmelpilzbefall führen, wenn sie auf kalten Oberflächen kondensiert.
Gründe genug, um regelmäßig die feuchte, mit Gerüchen und Kohlendioxid belastete Raumluft gegen frische Außenluft auszutauschen.
Gesunde Raumluft
Wie „gesund“ die Raumluft ist, hängt von der Qualität der zugeführten Außenluft und von den Schadstoffbelastungen und Verunreinigungen innerhalb des Gebäudes ab.Einige typische Schadstoffe und deren Quellen zeigen die nachfolgenden Abbildungen:
Tipps zur Vermeidung von Innenraumschadstoffen:
- Verwendung schadstoffarmer Baustoffe, Möbel und Haushaltschemikalien, sowie den dichten Einschluss von Emissionsquellen. (Natürlich gehört auch das Rauchen zu den „Emissionsquellen“.)
- Entfernung lokalisierbarer Emissionen durch eine geeignete Luftführung (z.B. Dunstabzugshaube in der Küche).
- Ausreichende Verdünnung dauerhafter Schadstoffemissionen durch regelmäßige Lüftung.
Luftfeuchtigkeit und Termperatur
In der Raumluft ist immer Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf enthalten. Mit einem Hygrometer lässt sich die Luftfeuchtigkeit messen. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft gelöst sind.
Die relative Luftfeuchtigkeit besagt, zu wie viel Prozent die Raumluft mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Enthält die Luft so viel Feuchtigkeit, wie sie nur kann, beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 100 %.
Darüber hinaus kann die Luft keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen, sie ist mit Wasserdampf gesättigt. Wird noch mehr Feuchtigkeit zugeführt kondensiert der Wasserdampf. Es bilden sich kleine Tröpfchen. In der Natur führt dieses Phänomen zur Nebelbildung.
In beheizten Räumen kondensiert der Wasserdampf aus der Luft, wenn warme, feuchte Raumluft an kalten Oberflächen vorbei streicht. Dadurch kann die relative Luftfeuchtigkeit auf über 100% ansteigen und der überschüssige Wasserdampf bildet Feuchtigkeit auf den kalten Flächen.
Aus diesem Grund beschlägt z.B. eine eiskalte Bierflasche in einem beheizten Raum und deshalb bilden sich Wassertropfen auf der Innenseite von einfachverglasten Fensterscheiben.
Schimmelpilze in Wohnungen
In einem 4-Personen-Haushalt fallen täglich unglaubliche 12 Liter Wasser in Form von Wasserdampf beim Kochen, Duschen, Blumengießen und durch das Atmen und Schwitzen der Bewohner an. Wird diese Feuchtigkeit nicht regelmäßig weggelüftet, können dadurch Bauschäden und Schimmelpilze entstehen.
In ungedämmten Altbauten können z.B. Raumecken, Fensterstürze und Fensterleibungen stark auskühlen, weil die Wärme hier besonders gut nach außen geleitet wird. Auf diesen kalten Oberflächen kann warme, feuchte Raumluft kondensieren. Wird jetzt nicht ausreichend gelüftet, ist die Gefahr groß, dass sich Schimmelpilze auf den feuchten Untergründen ansiedeln.
Neben den genannten, kritischen Stellen sind Flächen hinter Wandverkleidungen, Schränken, Bildern und schweren Vorhängen gefährdet, weil sie schlechter durch die Raumluft erwärmt werden und Feuchtigkeit durch die fehlende Luftzirkulation nicht auseichend abtransportiert werden kann.
Quelle: EnergieAgentur.NRW







