Grundsätzliches
Schimmelpilze sind ein natürlicher Teil unserer belebten Umwelt und ihre Sporen sind daher auch in Innenräumen vorhanden. Die Vermehrung von Schimmelpilzen in Innenräumen kann dagegen ein hygienisches Problem darstellen. Wirksame Maßnahmen, um Schimmelpilzwachstum zu vermeiden, setzen die genaue Kenntnis der Schimmelpilze und ihrer Umweltansprüche voraus.
Eigenschaften und Vorkommen von Schimmelpilzen in Innenräumen
"Schimmelpilze“ ist ein Sammelbegriff für Pilze, die typische Pilzfäden und Sporen ausbilden können und dadurch makroskopisch als (oft gefärbter) Schimmelbelag sichtbar werden. Es handelt sich dabei aber nicht um eine einheitliche Gruppe von Pilzen, vielmehr sind unter dem Begriff „Schimmelpilze“ Fadenpilze aus mehreren Pilzgruppen (Zygomycetes, Ascomycetes, Fungi imperfecti) zusammengefasst. Die einzelnen Schimmelpilze werden mit einem lateinischen Doppelnamen bezeichnet. Dabei steht der erste Teil des Namens für die übergeordnete Pilzgattung (z.B. Aspergillus, Penicillium), der zweite Teil benennt die einzelne Pilzart (synonym: Pilzspezies; z.B. Aspergillus fumigatus, Penicillium
chrysogenum).
Manchmal werden in den Begriff „Schimmelpilze“ zusätzlich bestimmte schimmelpilzartig bzw. fadenförmig wachsende Bakterien, die Actinomyceten, eingeschlossen. Dies mag aus praktischen Gründen gerechtfertigt sein, aus systematischen Gründen ist eine solche Zuordnung jedoch nicht korrekt.
Schimmelpilze bilden in der Wachstumsphase Zellfäden (Hyphen), deren Gesamtheit man als Myzel bezeichnet. Da diese Fäden meist farblos sind, ist der Schimmelpilz in dieser Phase normalerweise mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Zur Vermehrung und Verbreitung bilden Schimmelpilze asexuelle Verbreitungsorgane (Sporangiosporen und Konidien) und, viel seltener, sexuelle Verbreitungsorgane (Zygosporen, Ascosporen). Alle Verbreitungsorgane werden im folgenden unter dem Begriff „Sporen“ zusammengefasst (vgl. Abb.1). Da die asexuellen Sporen meist in großer Zahl produziert werden und oft gefärbt sind, werden die Schimmelpilze in diesem Stadium mit bloßem Auge (z.B. als Schimmelpilzflecken) sichtbar.
Schimmelpilzsporen umfassen mit wenigen Ausnahmen den Größenbereich von 3 bis 20 μm (maximaler Bereich 2-100 μm, 1 μm entspricht 1/1000 mm). Die meisten Sporen haben Durchmesser unter 10 μm. Sie können damit eingeatmet werden sowie in der Luft über weite Strecken schweben und mit dem Wind transportiert werden.
Schimmelpilze sind ein natürlicher Teil unserer Umwelt und daher auch in Innenräumen vorhanden.
Ein Schimmelpilzwachstum im Innenraum sollte jedoch vermieden werden.
Die Schimmelpilzkonzentration in der Außenluft ist starken Schwankungen unterworfen. Daher muss bei Schimmelpilzmessungen in der Innenraumluft parallel auch die Außenluft untersucht werden.



